Diese Seite befindet sich im Aufbau. Die Inhalte werden dabei regelmäßig aktualisiert.
Info ausblenden

Die Unter- und Mittelstufe

1. Klasse

Das erste Schuljahr steht im Zeichen eines Mitlebens mit Menschen und Umwelt, wie es in der Stimmung der Märchen zum Ausdruck kommt.

In den ersten beiden Schuljahren unterrichten wir im sogenannten „bewegten Klassenzimmer“. Die Kinder sitzen mit Kissen auf dem Boden und benutzen Bänke als Schreib- und Zeichenunterlage. Die Bänke finden des Weiteren im Unterricht vielfältige Verwendung, wodurch z. B. der Gleichgewichts- und Tastsinn gefördert werden.

Stark wirken hier noch die Nachahmungskräfte. Mit ihnen lernen die Schüler, wenn sie gleich mit zwei Fremdsprachen beginnen, ein Musikinstrument spielen und sich das Stricken aneignen.
In aller Ruhe lernt das Kind schreiben, später erst Lesen: Erst tun, dann begreifen. Die Buchstaben werden bildhaft eingeführt.
Rhythmisches Laufen, Klatschen und Springen führen das Kind in das Zählen hinein. Die vier Grundrechenarten führen wir, dem künstlerischen Empfinden folgend, vom Ganzen in die Teile gehend ein. Also z. B. die Addition ausgehend von der Summe, die Multiplikation vom Produkt.

2. Klasse

Nach den Großbuchstaben lernt das Kind nun die kleinen Druckbuchstaben. Allmählich entstehen kleine Nacherzählungen und Beschreibungen von Pflanzen, Tieren, Wald und Wiese.
Im rhythmischen Üben vorwärts und rückwärts eignen sich die Schüler die Einmaleins-Reihen zunächst gedächtnismäßig an, der Zahlenraum wird mehr und mehr durchdrungen. Die Dimension der Zeit wird ergriffen (Jahre, Monate, Wochentage, Uhrzeit).

Ein wichtiges Erlebnis in der zweiten Klasse ist der wöchentliche Besuch auf einem nahen Demeter-Bauernhof. Hier dürfen die Kinder an einem Vormittag in der Woche die Tiere versorgen und in das Hofleben eintauchen.

3. Klasse

Im dritten Schuljahr zeichnet sich ein allmählich distanzierteres Verhältnis der Kinder zur Welt ab. Das kann zunächst schmerzlich erlebt werden, aber auch beglückend sein, wenn sich der Horizont durch den Unterricht erweitern darf. Innen- und Außenwelt scheiden sich. Der dazu passende Erzählstoff sind ausgewählte Episoden des Alten Testaments.

Schwerpunkte der dritten Klasse bilden die Ackerbau- und die Handwerkerepoche, durch die in neuer Weise die Umwelt tätig ergriffen werden kann.
Die lateinische Schreibschrift wird eingeführt und das Lesen wird an selbst geschriebenen und gedruckten Texten weiter gepflegt.
Die Kinder lernen die schriftliche Form der vier Grundrechenarten. In diesem Alter erwacht die Freude am Entdecken von Zahlengeheimnissen. Maße und Gewichte werden, ausgehend von den eigenen Körpermaßen (Schritt, Elle, Fuß, Spanne) erfahren. Wiegen, Messen und der Umgang mit Geld treten nun in das Leben der Schüler.

4. Klasse

Im Laufe des zehnten Lebensjahrs verlassen die Kinder ihre frühe Kindheit und setzen sich verstärkt mit ihrer Umwelt auseinander. 
Schwerpunkte in den Hauptunterrichtsepochen bilden die erste Grammatik (Zeiten und Wortarten) und das Bruchrechnen. Als erste Anfänge von Biologie und Geographie kommen die Tier- und Heimatkunde dazu.

5. Klasse

Eine besondere Harmonie, Beweglichkeit und Lebensfreude lebt als Grundstimmung in den Fünftklässlern. Wichtiger Erzählstoff ist nun die Welt der griechischen Götter und Helden.

Im ersten Geschichtsunterricht behandeln wir, ausgehend von Sagen und Mythen, die altorientalischen Hochkulturen, in der zweiten Geschichtsepoche steht das antike Griechenland im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Sportlehrer werden „Olympische Spiele“ veranstaltet, meist zusammen mit einer benachbarten Waldorfschule.

In der Geometrie schulen die Kinder durch freies Zeichnen geometrischer Formen ihre geistige Beweglichkeit und ihr perspektivisches Denken.
In der Geographie lernen die Schüler Deutschland im Verfolgen des Rheins kennen.

Als neues eigenes Fach taucht die Pflanzenkunde auf, in der die Kinder die grundsätzliche Gliederung jeder Pflanze in Wurzel-, Blatt- und Stängelbereich, Blüte und Frucht kennenlernen.

6. Klasse

Es gilt nun verstärkt Weltinteressen in den Schülern zu wecken und an naturwissenschaftlichen Phänomenen die Urteilsbildung zu üben. Ein wacher Sinn für Recht und Gerechtigkeit kommt besonders in den römischen Sagen als Erzählstoff auf seine Kosten.

Im Hauptunterricht tritt zu Menschen-, Tier- und Pflanzenkunde nun die Mineralogie. Im ersten Physikunterricht werden die Schüler, immer ausgehend vom Experiment, an Grundphänomene von Akustik, Optik und Wärmelehre herangeführt.
Nach Mitteleuropa in der fünften Klasse, wird jetzt der ganze Kontinent behandelt, In vielfältiger Weise lernen die Schüler die europäischen Landschaften kennen. Jeder beschäftigt sich intensiv mit einem Land Europas und stellt dieses bei einem Europafest den Klassenkameraden, Eltern und Lehrern vor.

7. Klasse

Die Schüler differenzieren sich nun immer mehr in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung. 

Im Hauptunterricht wird mit Gleichungslehre und Algebra begonnen. Zu Himmelskunde und Physik tritt nun die erste Chemieepoche, ebenfalls ausgehend vom Erlebnis der Experimente.

Die Schüler werden an die Sexualkunde herangeführt. 

Durch den Gemüseanbau im Gartenbauunterricht bekommen die Kinder einen praktischen Bezug zur Ernährungslehre.  

8. Klasse

Mit dem achten Schuljahr endet die Klassenlehrerzeit. Es hat in mancher Hinsicht den Charakter einer Erntezeit. 

Im breiten Fächerkanon (von Geschichte, Geografie über Physik, Chemie, Biologie bis zu den Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch) findet strukturiertes Lernen zur Vertiefung zahlreicher Wissensgebiete statt. Selbständigkeit und eigenverantwortliches Lernen als Grundlage für die Oberstufe werden weiter vertieft.
Jeder Schüler beschäftigt sich zusätzlich zum regulären Unterricht über einige Monate mit einer selbstgewählten Projektarbeit, die dann in einer schriftlichen Ausarbeitung, einer Ausstellung und einem kleinen Referat der Schulöffentlichkeit vorgestellt wird.

Ein abendfüllendes Theaterstück wird während einiger Wochen einstudiert. Jeder Schüler steht auf der Bühne und trägt seinen Teil zum Gelingen des Ganzen bei.