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Naturwissenschaftliche Fächer in der Oberstufe

Der Mathematikunterricht

„Von der Kenntnis zur Erkenntnis.“ Rudolf Steiner

In der Mathematik der Oberstufe geht es darum, das Denken weiter zu üben und die Jugendlichen spüren zu lassen, dass Denken Ausdruck und Aktivität ihrer Ich - Tätigkeit ist. Das Selbstvertrauen in das eigene Denken soll gestärkt werden. 
Der Unterricht wird insofern so gestaltet, dass die Jugendlichen die Gesetze, Lösungen und Erkenntnisse selber finden, erfahren und erleben. Sie dürfen mit ihren Gedanken und Ideen experimentieren, raten und probieren am konkreten Fall. - Danach kommt erst die Regel, das Allgemeingültige ins Spiel.

Mathematik ist dabei nicht möglich ohne Phantasie: Kreativität, Entdeckerfreude und strukturiertes Vorgehen führen die Jugendlichen vom Phänomen zur Regel.

Der Geometrieunterricht

In der Geometrie wird zum einen das räumliche Vorstellungsvermögen geschult. Zum anderen erscheint früher Gelerntes hier in einem neuen Licht und neuen Zusammenhang. So wird die eigene Erkenntnisfähigkeit geübt.

In der Projektiven Geometrie wird durch übendes Zeichnen und denkendes Betrachten eine Erweiterung der Gedankenwelt angestrebt. Durch Nachdenken über das zeichnerisch Erfahrene können die Schüler/innen zu neuen Begriffen und Anschauungen gelangen, wie z. B. ein „unendlich ferner Punkt“ und eine „unendlich ferne Gerade“.

Der Biologieunterricht

In diesem Fach wird erfahrbar, mit wie viel Neugierde und wie verschieden der Mensch die lebende Welt in jedem Alter wahrnimmt. Fast „wie von selbst“ bilden sich bei den Schülern und Schülerinnen Wahrnehmungsfähigkeit, Empathie und wissenschaftliches Interesse aus, wenn der Unterricht die Vielfalt der kindlichen Wahrnehmung und seine Neugierde nutzt und sich danach ausrichtet. 
Zunehmend erarbeiten sich die Schüler und Schülerinnen dann auch die Fähigkeit eines wissenschaftlichen Umgangs bei der Klärung und Einordnung von Beobachtungen. Besonders geeignet ist in diesem Sinne ein Einstieg in das Fach über die Natur des Menschen. 

Der Chemieunterricht

Stoffe. Feuer. Verwandlung. Das ist das Fach Chemie!

Es ist eine faszinierende und vielfältige Welt, die sich jedoch oft nicht auf Anhieb dem Verständnis offenbart. 
In der Chemie nähern wir uns vom Phänomen aus, den sich zeigenden Gesetzmäßigkeiten. Die Jugendlichen dürfen also erst selbst beobachten und erleben, bevor gemeinsam Regeln dazu gefunden werden. Zunehmend offenbart sich ihnen dann diese Welt und wird sogar handhabbar.

Der Physikunterricht

„ Was wir an den Dingen beobachten,
das ist nur ein Teil der Dinge.
Was in unserem Geist emporquillt,
wenn er sich den Dingen gegenüberstellt,
das ist der andere Teil.
Dieselben Dinge sind es, die von außen zu uns sprechen,
und die in uns sprechen.
Erst wenn wir die Sprache der Außenwelt
Mit der unseres Inneren zusammenhalten,
haben wir die volle Wirklichkeit. “
Rudolf Steiner


Im Geist dieses Spruches wird der Physikunterricht an der Waldorfschule phänomenologisch gestaltet.

Das Atom wird als Gebilde aus einem Verhältnis der Kräfte sowie als Zusammensetzung der Teilchen betrachtet. 

Jeder Schüler führt ein Epochenheft, welches die eigenen Versuchsbeschreibungen enthält. Die Beschreibung und somit Vertiefung der Experimente besteht dabei immer zum einen aus einem philosophischen Teil und zum anderen aus der Modellvorstellung.  

„ Das Licht ist eine der ursprünglichen, von Gott erschaffenen Kräfte und Tugenden,
welches sein Gleichnis in der Materie darzustellen sich bestrebt. “
J. W. v. Goethe über Licht und Materie